E.I.S.
improvisation

Andreas Müller

Osnabrück

Kontraba▀

Wie ich zur Improvisation gekommen bin:

1.

angefangen hat alles im Alter von 12 Jahren.

Ich fing an am Klavier stundenlang Harmonien zu entwickeln, Klänge auszuprobieren und Töne und Akkorde und Melodien miteinander zu kombinieren. Ich begann das Klavier auf ungewöhnliche Art und Weise zu spielen bzw. zu bearbeiten, z.B. in den Klangkörper singen bei gedrücktem Pedal, Saiten mit der Hand oder mit Gegenständen anzupfen etc. Außerdem erforschte ich in diesen Anfängen der Improvisation rhythmische Strukturen (Polyrhythmik).

Das Bedürfnis zu experimentieren und zu forschen bis hin zu improvisieren kam aus mir selbst heraus, wahrscheinlich um einen Gegenpol zu entwickeln zu dem Spiel nach Noten. Ich fing an mit einem Cassettenrecorder meiner Mutter, diese Ergebnisse aufzunehmen und meine Klangforschungen anhand der Aufnahmen zu überprüfen. Dieser Cassettenrecorder war einer meiner wichtigsten Lehrmeister in meiner Jugend.

Am Bass dann mit 21 Jahren ging die Improvisation weiter in Bands in denen wir auf Sessionbasis eigene Stücke entwickelten bis hin zu freien ImproSessions ohne jegliche Absprache (Blaues Palais 1991 – 1993). In dieser Formation bespielten wir auch die Räume, in denen wir Auftritte machten (raumbezogene Improvisation).

Diese Entwicklung gipfelte in einem Jazzstudium an der Amsterdamer Hochschule der Künste in Hilversum (1992 – 1998).

 

2.

Ich war als Geiger das Spiel in einem konventionellen Orchester gewohnt (7Jahre Schulorchester), und so war für mich das Klangerlebnis des E.I.S. eine völlig neue Erfahrung.

Jeder Klang hat seine Berechtigung. Ein tolles Gefühl.

Neu für mich die Erfahrung als Bassist im Orchester mitzuwirken.

Nach oder vor den E.I.S.-Treffen oder -Gigs bin ich besonders motiviert, freie Sessions bei mir zu Hause mit anderen Musikern abzuhalten, aufzunehmen und zu reflektieren.

Ich werde auch beeinflußt in der Art und Weise, in der ich auf öffentlichen Sessions mitwirke.

Ich höre mehr den Mitmusikern zu und wage auch ungewöhnliche Klangexperimente.

Das E.I.S. ist die intensive Begegnung von Menschen, die sich auf das Wagnis der freien Improvisation einlassen.

 

Andreas Müller, Osnabrück 2009



back home
Erstes Improvisierendes Streichorchester