E.I.S.
improvisation

Ulrike Horway

Hamburg

Bratsche

Wie ich zur Improvisation kam und was mir das E.I.S. bedeutet.

 "Ach, dann improvisieren wir halt" .Das sagt man landläufig meist, wenn man keine Zeit für Planung hat oder "es eben nicht besser geht" weil das Eigentliche nicht vorhanden ist.

Für mich heißt Improvisation Kreativität und Offenheit für den Augenblick.

 Meine ersten musikalischen Improvisationserlebnisse hatte ich bei Jazzkonzerten von z.B. Phillip Catherine oder Jasper van't Hof. Neben der Musik faszinierte mich damals auch die entspannt- gespannte Aufmerksamkeit des Publikums auf den Moment. Es wurde geschmunzelt, gelacht und es gab Zwischenapplaus oder ein kleines Aufjuchzen während die Musik entstand. Diese Atmosphäre, auch zwischen den Musikern, beeindruckte mich sehr.

 Ich hab immer gern gesungen und zu Songs die ich hörte gern eigene Rhytmen geklopft oder eine zweite Stimme gesummt.

Dann beschloss ich (recht spät) Geige zu lernen. Aus einem sentimentalen Augenblick heraus. Mein Vater spielte Geige und brachte mir das Grundgerüst bei. Dann wurde Martin Verborg aus Hagen mein Lehrer. Er war Fan osteuropäischer Musik, komponierte selbst wunderbare Stücke und improvisierte bewegend. Er fand, dass das EIS genau das Richtige für mich war: ein eigenwilliger musikalischer Haufen aus Profis und Laien.

 Tja und seit nun 25 Jahren knisper knirsch und knusper ich in diesem Klangkörper herum. Ich habe musizierend auf Bäumen gesessen und und unter Buffettischen geschrammelt.

 Freundschaften entstanden , die bis heute halten, die Gruppe ‘frisch gestrichen‘ gründete sich.

Musikalisches und Szenisches wurde entwickelt und wieder verworfen., Hörgewohnheiten veränderten sich. Eins ist geblieben: die Lust an der gemeinsamen Entwicklung und Begegnung im Augenblick.

 

Ulrike Horway, Hamburg 2009



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Erstes Improvisierendes Streichorchester